Sundern. Zwei Monate, nachdem ihn die Sunderner Wähler mit überzeugender Mehrheit zum Nachfolger von Detlef Lins gewählt haben, und drei Wochen, nachdem er auf dem Chefsessel im Rathaus Platz genommen hat, ist Ralph Brodel jetzt auch vereidigter neuer Bürgermeister der Stadt Sundern. Zu Beginn seiner ersten Ratssitzung nahmen ihm die beiden stellvertretenden Bürgermeister Georg Te Pass und Jürgen ter Braak den Amtseid ab und übergaben die Bürgermeisterkette. Seine Antrittsrede stellte Brodel unter das Motto „Dem Menschen Mensch sein“. Im weiteren Verlauf der Sitzung kündigte er seinen Plan an, im Rathaus drei neue Stabsstellen einzurichten – für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Kommunikation.
Arbeiten für eine sichere und schöne Zukunft
Auf die Frage aus der Runde der Ratsmitglieder, wie sich der neue Beauftragte für Stadtentwicklung auf den Aufgabenbereich des Beigeordneten Meinolf Kühn auswirken werde, sagte Brodel: „Der Beigeordnete kann einige seiner zahlreichen Aufgaben abgeben. Er wird entlastet, wenn ich das zur Chefsache mache.“ Brodel machte auch deutlich, dass er das Ziel, in der Stadtverwaltung Personal einzusparen, nicht unter den Tisch fallen lassen wolle, und dass die drei Stabsstellen nicht mit zusätzlichen Stellen im Stellenplan verbunden seien. Der Wirtschaftsförderer sei schon lange politisch beschlossen, stehe im Stellenplan und solle jetzt endlich im Sommer 2016 kommen. Die Aufgabe des Stadtentwicklungskoordinators werde ein Mitarbeiter des Hauses übernehmen, der das mitmache, und der Kommunikator könne auf eine freigewordene Stelle rücken.
Diskussion um Zehn-Prozent-Ziel beginnt
Die Politiker vertagten zwar die Abstimmung über den Stellenplan, diskutierten gleichwohl intensiv. Klaus Tolle (fraktionslos) fragte, wo denn der gemeinsame Beschluss vom Frühjahr geblieben sei, das städtische Personal in den nächsten sieben Jahren um zehn Prozent zu verringern. Und Werner Kaufmann (WiSu) legte nach, es könne doch wohl nicht sein, dass es statt des Abbaus drei zusätzliche Stellen geben solle. Damit meinte er nicht die drei Stabsstellen, sondern eine zusätzliche Stelle für die städtischen Kindergärten und zwei Übernahmen von Auszubildenden. Fachbereichsleiter Manfred Franke machte deutlich, dass diese drei Stellen ebenfalls der Beschlusslage entsprächen. Es sei beschlossen, bei den Kindergärten nicht zu sparen und die eigenen Auszubildenden zu übernehmen, auch wenn sie nicht sofort auf eine freiwerdende Stelle rücken könnten. Michael Stechele (SPD) stellte das Zehn-Prozent-Ziel sogar in Frage. Dies sei im Frühjahr ein politisches Signal gewesen, bei dem man den letzten vor dem ersten Schritt gemacht habe. Denn eine Personalbedarfsplanung müsse mit einer Aufgabenbeschreibung beginnen. Man müsse erst einmal sagen, was man qualitativ wie quantitativ von einer Verwaltung erwarte?
Kooperation mit Nachbarn wird geprüft
Toni Becker (Grüne) und Sebastian Booke (CDU) regten an, bei den Positionen des Wirtschaftsförderers und des Kommunikationsfachmanns die Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit zu prüfen. Nach dem Beispiel von Meschede und Bestwig könnte Sundern etwa mit Eslohe kooperieren. Friedrich Becker (CDU) regte auch eine Zusammenarbeit mit Arnsberg etwa im Bereich des Justiziariat an. Siegfried Huff (Linke) dagegen forderte, nicht an den eigenen Zielen und der Position des Wirtschaftsförderers herumzubasteln. Bürgermeister Brodel erklärte, er werde die Prüfung einer interkommunalen Zusammenarbeit als Anregung mitnehmen.
„Kommen Sie wieder!“
Locker und immer wieder zu Scherzen aufgelegt führte Brodel durch die gut zweistündige und stets konstruktive Sitzung. „Es wird bestimmt noch lustiger hier. Kommen Sie wieder!“, verabschiedete er die zahlreichen Zuhörer, die bis zu letzt geblieben waren.