Die ersten acht Spezialtransporter mit speziell gefertigten Raummodulen für die neue hochmoderne Intensivstation am Klinikum Hochsauerland Standort Marienhospital rollten bereits am Mittwoch morgen auf das Hüstener Bahnhofsgelände. Von dort ging es nach und nach weiter bis zur Straße Nordring vor dem Marienhospital. Entladung und Aufbau der rund 6 Tonnen schweren Module war Millimeterarbeit. Da die Zufahrt zum Baufeld hinter dem Marienhospital von den Spezialtransportern aufgrund der Hanglage nicht bewältigt werden konnte, hievte ein erster Mobilkran die teure Fracht zunächst auf das Klinikgelände. Dort übernahm ein zweiter 100-Tonnen-Mobilkran und platzierte die Module auf der vorbereiteten Bodenplatte hinter dem Hauptgebäude.
Verdoppelung der Intensivbetten
Hier soll im November die neue 480 Quadratmeter große Intensivstation in Betrieb gehen. Bis es soweit ist, müssen insgesamt 16 vorkonfigurierte Raummodule angeliefert, aufgestellt und gekoppelt sowie Innenausbau und ‑ausstattung fertiggestellt werden. Die neue Intensivstation war notwendig geworden, weil die Kapazitäten der bisherigen Intensivstation bei weitem nicht mehr ausreichte. Klinikum-Chef Werner Kemper erläuterte: „Am Standort Marienhospital sind unfallchirurgische, neurochirurgische und orthopädische Versorgungsangebote angesiedelt. Des Weiten befindet sich hier unsere altersmedizinisch internistisch ausgerichtete Klinik für Innere Medizin. Aus diesem Grund bedürfen auch zunehmend mehr Patienten einer intensivmedizinischen Begleitung. Dazu wollen wir schnellstmöglich ausreichende Kapazitäten schaffen.“
Drei Millionen Euro investiert
Die neue Intensivstation wird künftig über 16 Betten verfügen. Bisher gab es in Alt-Arnsberg acht Intensivbetten. Die Intensivkapazität am Standort wird also verdoppelt. Insgesamt werden in diesem Jahr am Standort Marienhospital rund 3 Mio. Euro investiert. Darin enthalten sind neben der neuen Intensivstation auch die Erneuerung eines CT- und eines Röntgengerätes. Denn schonende bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) spielen heute bei der Diagnostik vieler Erkrankungen und insbesondere bei Unfallverletzungen eine ganz wesentliche Rolle. Mit der vorgesehenen Anschaffung eines wesentlich leistungsstärkeren CT-Gerätes wird die bildgebende Diagnostik insbesondere in der Unfallchirurgie, der Orthopädie sowie auch der Neurochirurgie weiter ausgebaut. Für die Patienten bedeutet die Anschaffung des neuen CT-Gerätes mehr Komfort und Sicherheit durch eine schnellere Untersuchung, weniger Strahlenbelastung und eine genauere Bildgebung.
Klinikum investiert in alle Standorte
Der Ausbau der Intensivmedizin am Standort Marienhospital ist Teil des im Jahr 2018 gestarteten Investitionsprogramms im Gesamtumfang von 12 Mio. Euro. Das Investitionsprogramm des Klinikums Hochsauerland umfasst neben den genannten Investitionen am Standort Marienhospital auch folgende Vorhaben:
- St. Johannes-Hospital Neheim / Investitionsvolumen ca. 3 Mio. Euro
An- und Ausbau Neuroradiologie auf der ostwärtigen Freifläche im Bereich des Krankenhauses bis 10/2018. Anschaffung einer DSA-Anlage zur Stärkung der Neuroradiologie und Schaffung zusätzlicher Behandlungsoptionen im Rahmen der Schlaganfallversorgung, beispielsweise die mechanische Entfernung schlaganfallauslösender Blutgerinnsel aus verschlossenen Hirnarterien (sog. Thrombektomie) bis 10/2018, Erneuerung CT-Technik durch Anschaffung eines hochmodernen 320-Zeilers, der viele neue diagnostische Optionen eröffnet sowie Erneuerung der Durchleuchtungsanlage bis 10/2018, Verschiedene Sanierungsmaßnahmen am Gebäude bis 12/2018
- Karolinen-Hospital Hüsten / Investitionsvolumen ca. 4 Mio. Euro
Sanierungen von sieben Stationen inkl. Patientenzimmern ab 07/ 2018, Dauer der Maßnahme ca. 2 bis 2,5 Jahre, da rollierende Umsetzung, Neubau der Intensivstation inkl. Erweiterung von 8 auf 18 Betten bis 11/2018, Umsetzung als Modulbau mit direktem Gebäudeanschluss)
- St. Walburga-Krankenhaus Meschede / Investitionsvolumen ca. 2 Mio. Euro
Erweiterung der Intensivstation von 13 auf 16 Betten mittels Umbau bis 12/2018, Errichtung einer gemeinsamen Palliativstation geplant bis 12/2018 mit 7 Patienten- und 2 Besucherbetten, Umbau für temporäre Kindertagesstätte der AWO bis 08/2018
Das vorgesehene Großprojekt in Hüsten soll dann Anfang des Jahres 2019 starten, sofern die erforderlichen Genehmigungs- und Finanzierungsfragen unter Dach und Fach sind.