Klinikum Arnsberg hat bundesweit größtes Beckenvenenzentrum

Dr. Lich­ten­berg hat das „Zen­trum für Becken­ve­nen­ob­struk­tio­nen“ gegrün­det, damit sol­che Lei­dens­ge­schich­ten in Zukunft mög­lichst ver­hin­dert wer­den. Außer­dem möch­te er auf Becken­ve­nen­er­kran­kun­gen stär­ker auf­merk­sam machen, denn in „spe­zia­li­sier­ten Zen­trum kön­nen die Pati­en­ten opti­mal ver­sorgt und behan­delt wer­den“, betont der Chef­arzt. Nur eine Behand­lung der Ursa­chen bringt Bes­se­rung „Weder eine oft prak­ti­zier­te ober­fläch­li­che Krampf­ader­be­hand­lung mit­tels Kom­pres­si­ons­ver­bän­den oder ‑strümp­fen noch eine Ent­fer­nung der Krampf­adern ver­spricht bei einem Ver­schluss oder einer Ein­engung der tie­fen Becken­ve­nen dau­er­haf­te Lin­de­rung“, sagt Dr. Lich­ten­berg. „Die Krampf­adern und Schmer­zen kom­men immer wie­der. Nur wenn die ursäch­li­che Ein­engung der Becken­ve­ne besei­tigt wird, ist eine nach­hal­ti­ge Bes­se­rung der Beschwer­den möglich.“

Gefäßultraschall hilft Ursachen aufzudecken

Zu den wich­tigs­ten Basis­un­ter­su­chun­gen, um eine sol­che Eng­stel­le zu erken­nen, zählt der Gefä­ßul­tra­schall. Mit die­sem kann der Blut­fluss in den Gefä­ßen durch Farb­bil­der sicht­bar gemacht wer­den. Gefäß­ver­läu­fe im Gewe­be, Ver­en­gun­gen und Ver­kal­kun­gen kön­nen so mit hoher Treff­si­cher­heit auf­ge­deckt und ver­mes­sen wer­den. Wenn eine Ultra­schall­un­ter­su­chung nicht aus­reicht, bei­spiels­wei­se weil bestimm­te Gefäß­be­rei­che so nicht dar­stell­bar sind oder die Schall­qua­li­tät und somit Beur­teil­bar­keit durch ande­re Ursa­chen ein­ge­schränkt ist, kann auch eine Com­pu­ter­to­mo­gra­fie oder Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie sinn­voll sein.

Spezielle Venenstents werden eingesetzt

Wur­de eine ver­schlos­se­ne oder stark ver­eng­te Becken­ve­ne als Ursa­che fest­ge­stellt, kann die­se mit einem beson­de­ren Ver­fah­ren wie­der geöff­net wer­den: Dafür wer­den spe­zi­el­le Venen­stents ein­ge­setzt, die die Becken­ve­ne dau­er­haft offen­hal­ten. Die­se Stents – klei­ne Röhr­chen aus Metall­ge­flecht – sind deut­lich grö­ßer als man sie von Herz­ein­grif­fen kennt. Dr. Lich­ten­berg erklärt das moder­ne Ver­fah­ren: „Über eine klei­ne Punk­ti­on in der Leis­te wird ein Kathe­ter mit einem Venen­stent ein­ge­führt und im Blut­ge­fäß unter Rönt­gen­kon­trol­le vor­sich­tig bis zur Eng­stel­le vor­ge­scho­ben. Dort wird er genau plat­ziert, auf­ge­dehnt und frei­ge­setzt.“ Die Ein­engung der Becken­ve­ne wird so dau­er­haft besei­tigt. Das Blut aus den Bei­nen kann wie­der unge­hin­dert zum Her­zen zurück­flie­ßen. Schwel­lun­gen und Schmer­zen gehen zurück. Haben sich bereits Blut­ge­rinn­sel (Throm­ben) in der Vene gebil­det, kön­nen die­se beim sel­ben Ein­griff abge­saugt wer­den. Bei aus­ge­dehn­te­ren Venen­ver­schlüs­sen kön­nen län­ge­re Stents implan­tiert wer­den, gege­be­nen­falls auch meh­re­re hin­ter­ein­an­der. Die Stents sind aus einem spe­zi­el­len Metall (Nitin­ol), gut ver­träg­lich und kön­nen lebens­lang im Kör­per verbleiben.

Komplexer Eingriff erfordert viel Erfahrung

Der Ein­griff wird von den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen bezahlt, ist aber tech­nisch sehr kom­plex. „Wir haben bei Stu­di­en fest­ge­stellt, dass min­des­tens 50 Becken­ve­nen­ein­grif­fe pro Jahr vor­ge­nom­men wer­den soll­ten, um die­se Ein­grif­fe sicher durch­zu­füh­ren zu kön­nen“, erläu­tert Dr. Lich­ten­berg und rät den Pati­en­ten zur Behand­lung in einem spe­zia­li­sier­ten Zentrum.

Arnsberger Zentrum ist bundesweit größte Spezialabteilung

Dr. Lich­ten­berg bilan­ziert: „Wir stel­len für die Behand­lung von Becken­ve­nen­er­kran­kun­gen in Deutsch­land inzwi­schen die größ­te Spe­zi­al­ab­tei­lung dar und füh­ren inzwi­schen jähr­lich über 250 die­ser mini­mal inva­si­ven Stent­ein­grif­fe durch, wodurch in über 90 Pro­zent der Fäl­le den betrof­fe­nen Pati­en­ten gehol­fen wer­den kann. Für die spe­zi­el­le und auf­wand­rei­che The­ra­pie haben wir zudem vor eini­ger Zeit ein eige­nes Stu­di­en­bü­ro mit meh­re­ren wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­tern gegrün­det, um unse­re Erfah­run­gen auch wis­sen­schaft­lich einzubringen.“

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Eine Antwort

  1. Mei­ne Oma soll dem­nächst zur Venen­un­ter­su­chung. Sie hat gefragt, ob ich sie beglei­ten könn­te. Dort soll es sicher um die Fra­ge gehen, ob die Krampf­adern im Becken­be­reich ope­ra­tiv ent­fernt wer­den müs­sen. Daher dan­ke für die Infos zu die­sem Eignriff.

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