Klinikum und St. Walburga in Meschede wollen fusionieren

Kli­ni­kum und Ale­xia­ner haben einen Kon­zept­vor­schlag zur Fusi­on erar­bei­tet und die Auf­nah­me der neu­en gemein­sa­men Gesell­schaft in den Kran­ken­haus­plan NRW bean­tragt. Damit ist das kran­ken­haus­recht­li­che Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren eröff­net. „Ein ergeb­nis­of­fe­ner kom­ple­xe Prüf­pro­zess“, so Kem­per. In die­sen Ver­fah­ren kön­nen von über 40 Sei­ten Stel­lung­nah­men ein­ge­bracht wer­den. Par­al­lel lau­fen die kran­ken­haus­recht­li­che, wett­be­werbs­recht­li­che und kar­tell­recht­li­che Prü­fung des ange­streb­ten Vor­ha­bens. Erst wenn die­ser Prüf­pro­zess durch­lau­fen und abge­schlos­sen ist, kön­nen die fina­len Ent­schei­dun­gen und Beschlüs­se in den Gre­mi­en der Trä­ger­ge­sell­schaf­ten gefasst wer­den. „Wir arbei­tet dar­auf hin, bis Anfang des 4. Quar­tals 2017 Ergeb­nis­se auf dem Tisch zu haben“, so Kem­per und Hagmann.

Neuer Name kommt – Klinikum HSK nur Arbeitstitel

Die neue Kran­ken­haus-Gesell­schaft soll von drei Gesell­schaf­tern getra­gen wer­den. Dies sind die Stif­tung Caro­li­nen-Hos­pi­tal Hüs­ten, die St. Johan­nes- und Maria-Stif­tung sowie die Ale­xia­ner Miser­i­cor­dia GmbH Kran­ken­haus­trä­ger­ge­sell­schaft. Wie groß die jewei­li­gen Antei­le sein wer­den, gehört zu den zahl­rei­chen noch offe­nen Fra­gen. Das müs­se erst noch ein Gut­ach­ter bewer­ten, sag­te Kem­per, alles, was er bis­her dazu gehört habe, sei rei­ne Spe­ku­la­ti­on. Auch der neue Name des Fusi­ons­kinds steht noch nicht fest. „Kli­ni­kum HSK“ sei ein rei­ner Arbeits­ti­tel. Klar sei nur, dass die alten Namen nicht blei­ben, weil man ja zei­gen wol­le, dass man etwas Neu­es mache. Auch über den Stand­ort der Zen­tra­le sei noch nicht gespro­chen wor­den, eben­so­we­nig über das Per­so­nal an der Spitze.

Fusion ist Chance auf weitere Spitzenmedizin

Das Kli­ni­kum Arns­berg und das St. Wal­bur­ga-Kran­ken­haus wol­len mit der Fusi­on Kräf­te bün­deln, die Ver­sor­gungs­mög­lich­kei­ten erwei­tern und die sta­tio­nä­re Gesund­heits­ver­sor­gung in der Regi­on zukunfts­fä­hig aus­rich­ten. Der an meh­re­ren Stand­or­ten bereits ein­ge­schla­ge­ne Weg der Ent­wick­lung von Schwer­punkt­zen­tren soll durch die Fusi­on fort­ge­setzt wer­den. Dazu sol­len zwölf Schwer­punk­te, ver­teilt über die Stand­or­te, eta­bliert wer­den. Ins­be­son­de­re soll die Ver­sor­gung für Schwers­ter­krank­te, für Not­fall- und Unfall­pa­ti­en­ten sowie für Krebs­kran­ke gestärkt wer­den. Der Kran­ken­h­aus­stand­ort Mesche­de soll sta­bi­li­siert und als voll­wer­ti­ges Kran­ken­haus erhal­ten blei­ben. „Eine Fort­füh­rung als Por­tal­kran­ken­haus haben wir nie dis­ku­tiert“, so Kem­per. In Mesche­de soll es ein Onko­lo­gi­sches, ein Chir­ur­gi­sches und ein Inter­nis­ti­sches Zen­trum geben sowie Inten­siv- und HNO-Betten.

Ein Qualitätssprung

„Für die Pati­en­ten wird es ein Qua­li­täts­sprung. Es gibt kei­nen Alles­kön­ner mehr, der vom Nacken bis zum Hacken alles macht. Ein Team von Spe­zia­lis­ten blickt künf­tig auf den Pati­en­ten, der meist ja auch drei, vier ver­schie­de­ne Erkran­kun­gen hat“, sagt Hag­mann. Und Dr. Dirk Böse, stellv. Ärzt­li­cher Direk­tor des Kli­ni­kums, ist über­zeugt, dass der Arbeits­platz Sau­er­land für Ärz­te wie für Pfle­ge­pe­ro­nal deut­lich attrak­ti­ver wird, wenn das medi­zi­ni­sche Ange­bot aus­ge­wei­tet wird. „Wir wol­len die Abwan­de­rungs­quo­te aus der Regi­on von wei­ter absen­ken. Dazu brau­chen wir Fach­kräf­te“, so Kem­per. Er will die Abwan­de­rungs­qou­te von der­zeit 24 Pro­zent auf 15 Pro­zent drü­cken. In den 1990-er Jah­ren lie­ßen sich noch 40 Pro­zent der Hoch­sauer­län­der außer­halb der Kreis­gren­zen behan­deln, kurz vor Grün­dung des Kli­ni­kums im Jahr 2010 waren es 32 Prozent.

Zusätzliche Arbeitsplätze

Der Per­so­nal­be­stand von der­zeit rund 2250 Mit­ar­bei­tern soll nach der Fusi­on noch anwach­sen. Auch nach der letz­ten Fusi­on sei nicht abge­baut, son­dern neu ein­ge­stellt wor­den. „Sobald die kran­ken­haus­recht­li­che Mach­bar­keit geprüft und erfor­der­li­che Grund­satz­ent­schei­dun­gen der Gre­mi­en gefal­len sind, liegt den Gesell­schaf­tern am Her­zen, die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den Pro­zess ein­zu­be­zie­hen und ihr Wis­sen und ihre Erfah­run­gen in die Aus­ge­stal­tung der künf­ti­gen Ver­sor­gungs­struk­tu­ren ein­zu­bin­den“, so Kem­per. Mit dem Zusam­men­schluss ent­stün­de ein Kli­ni­kum mit 927 Plan­bet­ten (226 St. Wal­bur­ga und 701 Kli­ni­kum), rund 2250 Beschäf­tig­ten (ca. 1750 Kli­ni­kum und ca. 500 St. Wal­bur­ga), vier Stand­or­ten und jähr­lich ca. 41.000 sta­tio­när ver­sorg­ten Pati­en­ten (ca. 30.000 Kli­ni­kum und ca. 11.000 St. Walburga).

Verteilung in Arnsberg noch offen

Noch offen ist die künf­ti­ge Ver­tei­lung der Zen­tren auf die drei Kran­ken­h­aus­stand­or­te im Arns­ber­ger Stadt­ge­biet. Aber auch hier erwar­tet das Kli­ni­kum noch im Lau­fe des Herbs­tes Klar­heit aus der Lan­des­haupt­stadt. Bis dann der letz­te grü­ne Stem­pel für das Bau­pro­jekt am Nehei­mer Johan­nes-Hos­pi­tal da sei, wer­de noch eini­ge Zeit ver­ge­hen, sag­te Geschäfts­füh­rer Vol­ker Koch. Aber auch in der Zwi­schen­zeit wer­de man sicher­lich immer über einem Gebäu­de des Kli­ni­kums einen Bau­kran sehen. Denn gebaut wer­de auch zwischendurch.

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