Rapos schätzt die Arbeitsmarktsituation im HSK nach der plötzlichen Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe in Menden zum Monatsende als derzeit drastisch verschärft ein. Deshalb sei sie froh, dass bereits vergangenes Jahr jedem ein Anschluss-Arbeitsvertrag im Klinikum Arnsberg garantiert worden sei. „Besonders in den letzten Monaten stand fast die gesamte Mitarbeiterschaft der Abteilungen hinter uns und diese haben immer wieder versichert, dass bis zum letzten Tag des Umzugs versucht wird, die Dienstpläne aufrecht zu erhalten“, ergänzt Heinz Hückelheim, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung der Kreisstadt-Klinik. „Dafür sind wir sehr dankbar, umso größer ist unsere Verpflichtung dem Team gegenüber, jetzt nach Fertigstellung des vierten Kreißsaal im Klinikum Arnsberg die Unsicherheit bezüglich der zeitlichen Planungen zu beenden, in aller Ruhe konkret zu werden und mit großer Besonnenheit die langfristige Sicherung der stationären Gesundheitsversorgung in der Kreisstadt Meschede zu gewährleisten.“
Standort Hüsten baulich und personell verstärkt
„Wir werden alles daran setzen, die geburtshilfliche Versorgung für werdende Eltern in der Region zu sichern“, erklärte Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Arnsberg. „Um werdenden Eltern, die sich in den nächsten Wochen nach alternativen Geburtsstationen umsehen, gerecht werden zu können, haben wir am Klinikum Arnsberg am Standort Karolinen-Hospital zuletzt nochmals kräftig in die geburtshilfliche Abteilung investiert. Ein vierter Kreißsaal steht kurz vor der Fertigstellung. Auch unser Team haben wir aufgestockt. Über weitere personelle Verstärkung sprechen wir derzeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der geburtshilflichen Abteilung des St. Walburga-Krankenhauses in Meschede.“
Kemper weist allerdings auch darauf hin, „dass die krankenhausrechtliche Verlagerung von Mehrbetten noch der krankenhausrechtlichen Umsetzung bedarf und auch die volle Finanzierung durch die Krankenkassen derzeit noch aussteht“. Die seit 2014 parallel laufende Sanierung und Modernisierung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin stehe jetzt ebenfalls unmittelbar vor dem Abschluss. Der Ausbau der Elternschule in Meschede mit einem stetig wachsenden Kursangebot für werdende Eltern sei ebenfalls gemeinsame Zielsetzung.
Kliniktausch liegt noch im Entscheidungsverfahren
Der angestrebte Disziplinentausch – Urologie nach Meschede und Gynäkologie/ Geburtshilfe in das Klinikum Arnsberg – liege zur Entscheidungsvorlage an das Ministerium jetzt bei der Bezirksregierung Arnsberg, so die Vertreter der beiden Krankenhäuser weiter. Wann dieser realisiert werde, sei immer noch offen. Nachdem dieser bereits in dem Regionalen Planungskonzept der Krankenkassen vorgesehen war, hänge es jetzt an dem weiteren Planungsvorschlag, den die Bezirksregierung dem Ministerium vorlegen werde. Beide Klinikträger wollten daher versuchen, durch Gespräche den Fortgang dieses Planungsverfahrens weiter voranzutreiben. Bis es soweit sei, arbeite die Gynäkologische Abteilung im St. Walburga-Krankenhaus wie bisher weiter.